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Die Wohnungsübergabe, folgende Fehler sollte man kennen und vermeiden.

Kategorie: für Eigentümer

Vermieter nutzen Wohnungsübergaben oft, um noch günstig die Wände gestrichen oder das Parkett geschliffen zu bekommen. Aber Achtung: Mieter müssen sich nicht alles gefallen lassen! FOCUS Online zeigt sieben Fallen und wie Sie richtig reagieren.



1. Einbauten
„Die Wohnung muss bei der Übergabe aussehen wie zu Mietbeginn“, sagt Dietmar Wall, Jurist beim Deutschen Mieterbund. Im Klartext: Der Mieter muss alles entfernen, was er in der Wohnung angebracht hat, sei es Markise, Einbauschrank oder Bodenbelag. Selbst die Einbauküche des Mieters muss rein rechtlich vor der Übergabe wieder ausgebaut werden.

Tipp: Das Gespräch mit dem Vermieter lohnt sich immer, schließlich werten ein neuer Teppich oder eine Küche die Wohnung meist auf. Geht es um teure Einbauten wie etwa Einbauküchen, kann der Mieter sie dem Vermieter sogar verkaufen.

2. Putzen
Die Wohnung muss leer und „besenrein“ übergeben werden. Im Klartext heißt das etwa, dass der Mieter
- Böden fegen oder saugen,
- Spinnweben entfernen,
- Fenster von groben Verschmutzungen reinigen und – Toilette und Herd hygienisch unbedenklich übergeben muss.

Gründliches Putzen ist hingegen rechtlich nicht vorgeschrieben.

Achtung: Ist im Mietvertrag eine gründlichere Reinigung vorgesehen, etwa des Teppichs, muss der Mieter sich daran halten.

Tipp: Putzen kann auch ohne Verpflichtung sinnvoll sein, wie die Verbraucherzentrale in ihrem Ratgeber „Wenn das Mietverhältnis endet“ erklärt: „Strahlendes Weiß, glitzernde Armaturen und makelfrei glänzende Fenster können den Vermieter dazu motivieren, nicht allzu genau nach kleineren Mängeln zu suchen.“



3. Renovieren
Generell ist der Vermieter gesetzlich verpflichtet, sein Eigentum in Schuss zu halten. Sieht der Mietvertrag jedoch vor, dass die Wohnung in renoviertem Zustand übergeben wird, muss der Mieter sich daran halten.

Ausnahme: Zu enge Klauseln, die etwa übertrieben häufige Renovierungen vorsehen, sind ungültig, wie der Bundesgerichtshof 2009 entschied.

Tipp: „Es lohnt sich, die Klausel im Mietvertrag überprüfen zu lassen“, rät Jurist Wall. Enthält er eine ungültige Klausel, muss der Mieter gar nicht renovieren. Laut Wall betrifft das bis zu drei von vier Verträgen.

4. Schönheitsreparaturen
Nur eine klar definierte Auswahl an Renovierungsarbeiten gilt als Schönheitsreparatur,
wie im Wohnungsbaugesetz festgelegt ist, nämlich:

- Tapezieren, Anstreichen oder Kalken der Wände und Decken,
- Streichen der Fußböden,
- Streichen der Heizkörper und Heizungsrohre,
- Streichen der Innentüren, (Holz-)Fenster und Außentüren von innen.

Tipp: Alles, was darüber hinausgeht, wie etwa das Abschleifen des Parketts, fällt nicht in die Verantwortung des Mieters. Auch für Räume außerhalb der Wohnung, wie etwa den Keller, ist der Mieter nicht zuständig.

Tipp 2: Der Vermieter darf nicht, wie vielfach angenommen, die Farbe vorschreiben.
Vorgegeben ist nur, dass ein „neutraler“ Farbton gewählt werden muss.

5. Kratzer und andere Abnutzungen
Wer jahrelang in einer Wohnung lebt, hinterlässt Spuren: Sei es der Kratzer im Parkett oder Kalk in der Dusche. An sich ist das kein Problem, wie Christine Lewetz, Juristin bei der Rechtsschutzversicherung D.A.S., erklärt: „Der Mieter muss die Wohnung nicht exakt in dem Zustand zurückgeben, in dem er sie vorgefunden hat.“ Die normalen Abnutzungserscheinungen seien schon durch die Miete beglichen.

Wurde ein Schaden hingegen durch „unsachgemäße Behandlung“ verursacht, muss der Mieter ihn beheben oder dafür zahlen. Brandlöcher im Parkett etwa gelten als unsachgemäß, kleinere Kratzer als normale Abnutzung.

Tipp: Muss der Mieter für einen Schaden zahlen, darf der Vermieter nicht den Neuwert berechnen, sondern nur den sogenannten Zeitwert. Teppichen etwa wird eine Lebensdauer von zehn Jahren zugeschrieben. Zieht der Mieter nach fünf Jahren aus und hinterlässt einen beschädigten Teppich, zahlt er die Hälfte des Neupreises.

6. Betriebskosten
Zieht der Mieter inmitten eines Jahres aus, muss er nur für die Monate Betriebskosten zahlen, in denen der Mietvertrag noch gilt. Gab es also etwa eine Vorauszahlung für das komplette Jahr, kann der Mieter die Differenz zurückfordern.

Tipp: Um wirklich nur das zu zahlen, was man verbraucht hat, lohnt es sich, die Zählerstände von Strom und Wasser von Zeugen ablesen und notieren zu lassen.

7. Schlüsselübergabe
Hat der Mieter einen Schlüssel verloren, muss er nachweisen, dass niemand damit einbrechen kann. Ansonsten muss er im Zweifelsfall für eine komplett neue Schließanlage aufkommen – eine Investition im vierstelligen Bereich, wie Wall warnt. Beim Auszug muss der Mieter dem Vermieter sämtliche Schlüssel übergeben. „Es reicht nicht, die Schlüssel im Briefkasten zu hinterlassen“, sagt Jurist Wall.

Tipp: Lässt der Vermieter sich nicht auf eine Übergabe ein, gibt es einen juristischen Kniff, erklärt Wall: „Wenn man dem Vermieter einen Termin anbietet, gilt das als Übergabe, selbst wenn er nicht erscheint.“


(Quelle: Focus-Online)


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